Snap bringt die Specs-Brille mit Modem-Case, Unternehmenspartnern und einem KI-Assistenten auf mehreren Plattformen auf den Markt
Public- 18 Sep, 2026

Snap hat die AR-Brille Specs offiziell vorgestellt und neue Details zu ihren Anwendungsszenarien enthüllt. Die wichtigste technische Neuerung ist das SPECS Charging Case with Cellular, ein Zubehörteil, das das Gerät nicht nur auflädt. Normalerweise sind Specs, wie andere AR-Brillen auch, auf Wi-Fi angewiesen, doch dieses Case verschafft der Brille eine eigene dedizierte Netzwerkverbindung. Das Case muss man ohnehin mitführen, da der Akku nicht für einen ganzen Tag reicht; es lädt das Gerät viermal auf und sorgt dabei für Internetzugang unterwegs.
In den USA arbeitet Snap mit Verizon zusammen: Der Anbieter bietet individuelle Datentarife, Ratenzahlung und digitale Einrichtung an. Das SPECS Connected Case Bundle kostet 2.395 US-Dollar, und Verizon bietet Finanzierungsoptionen an, darunter einen Zahlungsplan über 36 Monate. Die Connected-Wearable-Datentarife beginnen bei 10 US-Dollar pro Monat für Verizon-Kunden und bei 20 US-Dollar pro Monat für alle anderen. Snap arbeitet außerdem mit globalen Anbietern zusammen, etwa mit Orange in Frankreich und EE in Großbritannien, wobei die Preise über diese Partner noch bekannt gegeben werden. Das Mobilfunk-Case wird als wichtiger Schritt für die Branche positioniert: Die Brille ist nicht mehr von der Verbindung zum Smartphone abhängig.
Snap bewegt sich auch deutlich in das Enterprise-Segment. Das Unternehmen hat Partnerschaften mit Salesforce, AWS, HoloLight, Trifork und NVIDIA geschlossen, um auf Basis von Specs Lösungen für Unternehmen zu entwickeln. Die meisten davon betreffen vertraute Aufgaben – Fernunterstützung und das Anzeigen von Dokumenten in AR, während die Hände für die Arbeit mit Maschinen frei bleiben. Die Partnerschaft mit NVIDIA konzentriert sich auf die Kompatibilität des XR-AI-Frameworks mit Specs, damit Mitarbeiter einen KI-Assistenten nutzen können, der auf einer lokalen Workstation läuft, und die Unternehmensdaten vor Ort behalten können, ohne sie nach außen zu geben. Snap baut außerdem das Ökosystem für den Einsatz in Unternehmen aus, einschließlich der Kompatibilität mit Mobile-Device-Management-Systemen.

Snap hat Specs Intelligence vorgestellt – einen KI-Assistenten, der auf dem Mac, iOS und der Specs-Brille läuft. Bei der Einrichtung geben Sie Ihre Ziele an und verbinden Apps wie Ihren Kalender, und der Assistent nutzt diese Daten zusammen mit dem räumlichen Kontext, wenn er auf der Brille läuft. Er sendet Erinnerungen vor Terminen, beantwortet Fragen, hilft bei der Buchung von Flügen und erstellt tägliche Zusammenfassungen. Der Assistent kann schon heute über die SPECS-App für iOS ausprobiert werden, sogar ohne Brille. Snap betont den Datenschutz: Sie entscheiden selbst, was Sie verbinden, Snap-Mitarbeiter können keine persönlichen Inhalte einsehen, persönliche Daten aus verbundenen Konten werden nicht zum Trainieren oder Feinabstimmen der KI-Modelle von Snap und nicht für personalisierte Werbung verwendet, und die Verarbeitung erfolgt auf dem Gerät selbst sowie in einer sicheren Cloud-Infrastruktur.
Was die Inhalte betrifft, entwickelt Snap Erlebnisse zusammen mit Partnern wie der NBA und der WNBA sowie eine Golf-Linse mit PGA-Unterstützung, die die Schwungmechanik und das Putten analysiert. Eine Harry-Potter-Linse, die an die kommende HBO-Original-Serie gebunden ist, lässt Nutzer in Momente aus der Geschichte eintauchen, und unter den Bildungs-Linsen finden sich eine interaktive Nachbildung des Apollo-11-Flugs sowie eine Starmap, die Sternbilder überlagert. Der SPECS-Browser unterstützt Streaming von YouTube und HBO Max auf einem virtuellen Display, das als 115-Zoll-Bildschirm in etwa drei Metern Entfernung beschrieben wird, mit einem Travel Mode, der das Bild in Bewegung stabil hält, und die Spotify-Integration empfiehlt Playlists passend zum Moment.
Ab dem 1. Oktober wird im Westfield Century City in Los Angeles der SPECS First Look-Bereich eröffnet, wo man die Brille ausprobieren und mit dem Snap-Team sprechen kann. Bislang ist dies der einzige Standort.